Von der klassischen OE zu kompetenten Prozessgestaltern: Warum sich die Organisationsberatung in der öffentlichen Verwaltung neu erfinden muss

Von der klassischen OE zu kompetenten Prozessgestaltern: Warum sich die Organisationsberatung in der öffentlichen Verwaltung neu erfinden muss

Von der klassischen OE zu kompetenten Prozessgestaltern: Warum sich die Organisationsberatung in der öffentlichen Verwaltung neu erfinden muss

Die Organisationsentwicklung in deutschen Verwaltungen steht an einem Wendepunkt. Was jahrzehntelang als Reparaturbetrieb für akute Probleme funktionierte, reicht heute nicht mehr aus. Steigende Bürgererwartungen, demografische Herausforderungen und knappe Ressourcen erfordern einen Paradigmenwechsel: weg von reaktiven Einzelinterventionen, hin zu systematischer Veränderungsbegleitung durch kompetente Prozessgestalter.

Das Ende der Feuerwehr-Mentalität

Einzelinterventionen als Sackgasse

Das Muster ist bekannt: Ein Bereich läuft nicht rund, also wird schnell eine Arbeitsgruppe gebildet. Ein Prozess dauert zu lange, also gibt es ein Workshop-Wochenende. Personalengpässe entstehen, also werden hastig Stellen ausgeschrieben. Diese gut gemeinte Feuerwehr-Mentalität führt jedoch selten zu nachhaltigen Verbesserungen – im Gegenteil: Sie erzeugt oftmals neue Probleme an anderer Stelle.

Das Grundproblem liegt im Denkansatz. Klassische Organisationsentwicklung wartet auf Aufträge, reagiert auf Symptome und hofft auf Akzeptanz. Sie denkt in Einzelmaßnahmen statt in Wirkungsketten. Dieses Säulen-Denken übersieht systematisch die Interdependenzen innerhalb der Verwaltungsorganisation.

Der Praxistest: Bürgerbüro-Projekt

Ein Landkreis wollte sein Bürgerbüro modernisieren. Der klassische OE-Ansatz hätte sich auf die Optimierung der Wartezeiten konzentriert – vielleicht mit einem neuen Terminbuchungssystem oder veränderten Öffnungszeiten. Das eigentliche Problem lag jedoch tiefer: Die bestehende fachliche Aufgabenteilung führte dazu, dass Bürger mit komplexeren Anliegen mehrfach erscheinen mussten. Erst eine systematische Prozessgestaltung, die Strukturen, Rollen und Kompetenzen integriert betrachtete, schuf eine nachhaltige Lösung.

Die drei Säulen kompetenter Prozessgestaltung

Moderne Organisationsentwicklung in der öffentlichen Verwaltung braucht ein neues Rollenverständnis. Statt Problemlöser zu sein, müssen interne OE-Verantwortliche zu Architekten der Veränderung werden. Dies erfordert drei Kernkompetenzen, die Hand in Hand wirken:

1. Methodenkompetenz: Das richtige Werkzeug für jeden Anlass

Evidenz statt Bauchgefühl

Zu oft werden organisatorische Entscheidungen auf Basis von Vermutungen getroffen. Methodenkompetenz bedeutet, für jede Phase der Organisationsentwicklung das passende Instrument bereitzuhaben:

  • Analysemethoden schaffen objektive Datengrundlagen statt Meinungsaustausch.
  • Beteiligungsformate machen aus Betroffenen Beteiligte und erhöhen damit die Akzeptanz erheblich.
  • Steuerungsformate sorgen für systematische Projektführung mit klaren Verantwortlichkeiten.
  • Evaluationsinstrumente messen Wirkung statt zu hoffen und schaffen Lernschleifen.

Ein Beispiel aus der Praxis: Bei der Neuorganisation eines Sozialamtes wurden nicht nur die Führungskräfte befragt, sondern systematisch alle Prozessschritte dokumentiert, Bürger über ihre Erfahrungen interviewt und die tatsächlichen Arbeitszeiten gemessen. Erst diese Datenbasis ermöglichte fundierte Entscheidungen.

2. Change-Kompetenz: Menschen in Veränderungen mitnehmen

95% aller OE-Projekte scheitern nicht an fachlichen, sondern an menschlichen Faktoren. Diese Erkenntnis muss Konsequenzen haben für die Art, wie Veränderungsprozesse gestaltet werden.

Change-Kompetenz umfasst vier zentrale Dimensionen:

  • Widerstandsmanagement: Ängste verstehen statt bekämpfen – Widerstand ist Information über unerfüllte Bedürfnisse.
  • Kommunikationssteuerung: Früh informieren und Klarheit schaffen, ohne Verunsicherung zu erzeugen.
  • Akzeptanzentwicklung: Menschen unterstützen das, was sie mitgestaltet haben.
  • Kulturarbeit: Neue Arbeitsweisen nachhaltig verankern – Verhalten folgt Strukturen, nicht Appellen.

3. Prozesssteuerung: Komplexe Veränderungen orchestrieren

Ohne systematische Steuerung entstehen Zufallsergebnisse statt nachhaltiger Verbesserungen. Prozesssteuerung ist die Fähigkeit, komplexe Veränderungen über längere Zeiträume zielgerichtet zu führen.

Die vier Steuerungsebenen sind:

  • Projektarchitektur: Welche logische Abfolge führt zum Ziel?
  • Stakeholder-Orchestrierung: Wen brauchen wir für Erfolg, wen für Legitimation?
  • Qualitätssicherung: Woran erkennen wir gute versus schlechte Ergebnisse?
  • Risikomanagement: Probleme antizipieren statt erleiden.

Der Kompetenz-Kreislauf in der Praxis

Diese drei Kompetenzen wirken als integriertes System: Methodenkompetenz schafft die Datenbasis für Entscheidungen, Change-Kompetenz sorgt für Akzeptanz der notwendigen Veränderungen, und Prozesssteuerung gewährleistet systematische Umsetzung bis zum Erfolg.

Praxisbeispiel: VESPRA-Methode als Umsetzung

Genau dieses integrierte Denken liegt der VESPRA-Methode zugrunde, die wir für die systematische Verwaltungsmodernisierung entwickelt haben. VESPRA (Verwaltungs-Struktur-Potenzial- und Ressourcenanalyse) verbindet alle drei Kompetenzen in einem strukturierten Fünf-Phasen-Prozess:

  1. Auftaktphase: Gemeinsame Zielfindung und Erwartungsklärung (Change-Kompetenz).
  2. Erhebungsphase: Systematische Datengewinnung mit partizipativen Formaten (Methodenkompetenz).
  3. Analysephase: Evidenzbasierte Auswertung und Handlungsfeldidentifikation (Methodenkompetenz).
  4. Konzeptphase: Maßnahmenentwicklung mit Beteiligung aller Akteure (Change-Kompetenz).
  5. Umsetzungsphase: Kontinuierliche Begleitung mit Monitoring und Anpassung (Prozesssteuerung).

Das neue Rollenverständnis: Von reaktiv zu proaktiv

Früher: Problemlöser auf Abruf

  • Warteten auf Aufträge von der Verwaltungsleitung.
  • Reagierten auf akute Symptome.
  • Optimierten isolierte Strukturen.
  • Hofften auf Akzeptanz durch gute Argumente.

Heute: Architekten der Veränderung

  • Identifizieren proaktiv Entwicklungsbedarfe und schlagen Lösungswege vor.
  • Adressieren Systemursachen statt nur Symptome.
  • Gestalten Veränderungsarchitekturen für ganze Systeme.
  • Schaffen Akzeptanz durch systematische Beteiligung.

Die Konsequenzen für die tägliche Arbeit

Methodenkompetenz checken:

  • Welche Analysemethoden brauchen wir für evidenzbasierte Entscheidungen?
  • Wie binden wir Stakeholder so ein, dass echte Akzeptanz entsteht?

Change-Kompetenz aktivieren:

  • Wo erwarten wir Widerstände und wie begegnen wir ihnen konstruktiv?
  • Wie kommunizieren wir transparent, ohne Panik zu erzeugen?

Prozesssteuerung sicherstellen:

  • Welche Projektarchitektur führt systematisch zum Ziel?
  • Wie stellen wir Qualität sicher und messen Erfolg kontinuierlich?

Der Mehrwert interner Prozessgestalter

  • Systemkenntnis: Sie kennen die Organisation von innen – ihre formellen und informellen Strukturen.
  • Kontinuität: Sie begleiten langfristig, nicht nur projektweise.
  • Vertrauen: Sie sind Teil des Systems, keine externen „Eindringlinge“.
  • Steuerungskompetenz: Die Zusammenarbeit mit externen Fachexperten wird optimal koordiniert.

Die neue Rolle: Interne Prozessgestalter sind die Architekten der Veränderung – externe Berater sind die Fachhandwerker, die gezielt eingesetzt werden.

Der Weg nach vorne

Die Verwaltung der Zukunft braucht keine Reparatur-Services, sondern systematische Entwicklungsbegleitung. Organisationsentwicklung wird zur Kernkompetenz moderner Verwaltungsführung – und interne OE-Verantwortliche werden zu deren wichtigsten Gestaltern.

Der Paradigmenwechsel ist nicht nur notwendig, er ist bereits im Gange. Die Frage ist nicht, ob sich die Organisationsberatung in der öffentlichen Verwaltung verändern wird. Die Frage ist, ob dieser Wandel aktiv mitgestaltet oder reaktiv erduldet wird.

Form

Die systematische Entwicklung zum kompetenten Prozessgestalter erfordert methodische Fundierung und praktische Erfahrung. Wir begleiten Verwaltungen dabei, diese neue Rolle erfolgreich zu etablieren – von der Strategieentwicklung bis zur nachhaltigen Implementierung.

 

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Prozessmanagement als Hebel für Entbürokratisierung und Effizienzsteigerung in der öffentlichen Verwaltung

Prozessmanagement als Hebel für Entbürokratisierung und Effizienzsteigerung in der öffentlichen Verwaltung

Prozessmanagement als Hebel für Entbürokratisierung und Effizienzsteigerung in der öffentlichen Verwaltung 

Haushaltskonsolidierung ist das Gebot der Stunde. Während Personalausgaben steigen und Investitionsspielräume schwinden, sollen Verwaltungen gleichzeitig Bürokratie abbauen und ihre Leistung verbessern. Eine Quadratur des Kreises? Nur auf den ersten Blick. 

Die entscheidende Frage lautet nicht, ob Einsparungen möglich sind, sondern wo sie den größten Hebel entfalten. Viele Verwaltungen setzen reflexartig beim Personal an – dabei liegt das wahre Potenzial in den Arbeitsabläufen selbst. Ineffiziente Prozesse kosten nicht nur Zeit und Geld, sie frustrieren Mitarbeitende und erschweren jeden Modernisierungsversuch. 

Systematisches Prozessmanagement durchbricht diesen Teufelskreis. Es zeigt auf, wo Verwaltungsaufwand ohne Mehrwert entsteht – und schafft damit Raum für das, was wirklich zählt: bessere Leistung bei geringerem Ressourceneinsatz. 

Warum Prozessmanagement der Hebel ist 

Führungskräfte und Mitarbeitende in der Verwaltung eint ein lobenswertes Anliegen: Sie wollen gute Arbeit leisten. In jeder Aufgabe, bei jedem Prozessschritt streben sie nach bestmöglicher Qualität. Diese Haltung ist richtig und wichtig – doch sie führt paradoxerweise zu Ineffizienz. 

Der Grund: Nicht jeder Arbeitsschritt verdient dieselbe Sorgfalt. Wer bei der Prüfung eines Standardantrags denselben Perfektionsgrad anlegt wie bei einem komplexen Einzelfall, verschwendet Ressourcen. Wer jede Dokumentation mit derselben Akribie erstellt, unabhängig davon, ob sie je wieder gelesen wird, verliert den Blick für das Wesentliche. 

Diese gut gemeinte Vollständigkeit addiert sich zu enormem Aufwand – ohne dass der Wirkbeitrag für das Gesamtergebnis entsprechend steigt. Systematisches Prozessmanagement hilft dabei, diese Diskrepanz aufzudecken und Prioritäten bewusst zu setzen. 

Die vier Optimierungsfragen: Ein systematischer Rahmen 

Jeder Prozessschritt muss sich vier zentralen Fragen stellen, die aufeinander aufbauen und gemeinsam eine vollständige Optimierungsperspektive eröffnen: 

  1. Ist der Schritt tatsächlich erforderlich?

Diese Fundamentalfrage zielt auf die Daseinsberechtigung jedes einzelnen Arbeitsschritts. Sie ist bewusst radikal gestellt, denn sie zwingt dazu, liebgewonnene Gewohnheiten zu hinterfragen und eingefahrene Denkpfade zu verlassen. 

Viele Prozessschritte entstanden als Reaktion auf historische Problemlagen, die heute nicht mehr existieren. Andere wurden als vermeintliche Sicherheitsmaßnahme eingeführt, ohne dass je geprüft wurde, ob sie tatsächlich zur Risikominimierung beitragen. Wieder andere sind Relikte organisatorischer Strukturen, die sich längst gewandelt haben. 

Die Anwendung dieser Frage erfordert Mut zur Ehrlichkeit. Sie deckt auf, wo Verwaltungshandeln zur Routine erstarrt ist und wo Arbeitszeit für Tätigkeiten ohne erkennbaren Nutzen aufgewendet wird. Gleichzeitig schafft sie Raum für das Wesentliche, indem sie unnötigen Ballast eliminiert. 

Wichtig dabei: Die Frage nach der Erforderlichkeit muss sowohl aus fachlicher als auch aus rechtlicher Sicht beantwortet werden. Was fachlich überflüssig erscheint, kann rechtlich geboten sein. Umgekehrt sind viele als „rechtlich zwingend“ empfundene Schritte bei genauer Prüfung durchaus verzichtbar. 

  1. Lässt sich der Schritt optimieren oder automatisieren?

Wenn ein Arbeitsschritt seine Daseinsberechtigung unter Beweis gestellt hat, folgt die Frage nach seiner bestmöglichen Ausgestaltung. Hier geht es um Effizienz im engeren Sinne: denselben Output mit geringerem Input zu erzielen. 

Optimierungspotenziale zeigen sich auf verschiedenen Ebenen. Medienbrüche – der Wechsel zwischen digitalen und analogen Formaten – kosten Zeit und schaffen Fehlerquellen. Wartezeiten entstehen durch ungeschickte Arbeitsverteilung oder fehlende Parallelisierung. Routinetätigkeiten binden menschliche Arbeitskraft, obwohl sie automatisiert werden könnten. 

Die Automatisierung verdient besondere Aufmerksamkeit. Sie ist dort besonders wirkungsvoll, wo regelbasierte Entscheidungen getroffen werden müssen, wo große Datenmengen verarbeitet werden oder wo sich Tätigkeiten regelmäßig wiederholen. Automatisierung schafft nicht nur Zeitersparnis, sondern auch Konsistenz und kann die Fehlerquote erheblich reduzieren. 

Entscheidend ist dabei die richtige Reihenfolge: Erst optimieren, dann automatisieren.  

  1. Wie hoch ist der Wirkbeitrag für den Gesamterfolg?

Diese Frage führt zum Kern des strategischen Prozessmanagements. Sie unterscheidet zwischen Aktivitäten, die zum Erfolg der Gesamtaufgabe beitragen, und solchen, die lediglich Aufwand erzeugen. 

Der Wirkbeitrag lässt sich auf verschiedene Weise messen: durch die Auswirkung auf die Qualität des Endergebnisses, durch den Beitrag zur Rechtssicherheit, durch die Bedeutung für die Bürgerzufriedenheit oder durch die Relevanz für die politische Zielsetzung. Entscheidend ist, dass diese Bewertung explizit und nachvollziehbar erfolgt. 

Viele Verwaltungsprozesse leiden unter dem Missverständnis, dass jeder Schritt gleich wichtig sei. Das ist ein kostspieliger Irrtum. In der Realität folgen Wirkbeiträge oft dem Pareto-Prinzip: 20% der Aktivitäten erzeugen 80% des Nutzens. Diese 20% zu identifizieren und entsprechend zu priorisieren, ist eine Kernaufgabe des Prozessmanagements. 

Die Bewertung des Wirkbeitrags hilft auch dabei, Perfektionismus dort zu vermeiden, wo er schadet. Nicht jede Dokumentation muss druckreif sein, nicht jede Prüfung muss bis ins letzte Detail gehen, nicht jede Abstimmung muss alle denkbaren Szenarien abdecken. 

  1. Lassen sich Standards differenziert neu definieren?

Die vierte Frage zieht die logische Konsequenz aus der dritten. Wenn Wirkbeiträge unterschiedlich hoch sind, müssen auch die Standards differenziert werden. Hohe Standards dort, wo sie entscheidend sind – angemessene Standards dort, wo sie ausreichen. 

Diese Differenzierung ist das Gegenteil von Beliebigkeit. Sie erfordert bewusste Entscheidungen über Qualitätsniveaus und deren systematische Umsetzung. Standards müssen dabei drei Kriterien erfüllen: Sie müssen rechtssicher sein, praktikabel umsetzbar und von den Mitarbeitenden verstanden und akzeptiert werden. 

Die Neudefinition von Standards bietet oft den größten Effizienzgewinn bei geringstem Umsetzungsaufwand. Sie erfordert keine neuen Systeme oder zusätzliches Personal, sondern lediglich die Bereitschaft, eingefahrene Qualitätsvorstellungen zu überdenken. 

Besonders wirkungsvoll ist die Standarddifferenzierung bei der Dokumentation, bei Prüftiefen und bei Abstimmungsprozessen. Hier lassen sich erhebliche Zeitersparnisse erzielen, ohne dass die fachliche Qualität der Arbeit leidet. 

Systematisches Vorgehen in der Praxis 

Modellierung vor Optimierung: Bevor Verbesserungen greifen können, muss klar sein, wie Prozesse tatsächlich ablaufen. Nicht wie sie ablaufen sollten, sondern wie sie es real tun. Diese Ist-Aufnahme erfolgt am besten durch direkte Beobachtung und Gespräche mit den Ausführenden. 

Potenziale systematisch identifizieren: Mit den vier Optimierungsfragen als Raster lassen sich Verbesserungsmöglichkeiten strukturiert erfassen. Wichtig: Nicht alles auf einmal angehen, sondern Prioritäten setzen nach Umsetzbarkeit und Wirkung. 

Standards bewusst gestalten: Neue Prozessstandards entstehen nicht im luftleeren Raum, sondern aus der Kombination von fachlichen Anforderungen, rechtlichen Vorgaben und verfügbaren Ressourcen. Sie müssen praktikabel sein und von den Mitarbeitenden mitgetragen werden. 

Digitalisierung als Konsequenz, nicht als Ausgangspunkt 

Viele Verwaltungen beginnen mit der Technik und fragen erst später nach dem Prozess. Das führt zu digitaler Bürokratie statt zu Vereinfachung. Der richtige Weg läuft umgekehrt: Erst optimieren, dann digitalisieren. 

Automatisierung entfaltet ihre Kraft nur bei durchdachten, standardisierten Abläufen.  

Umsetzung erfolgreich gestalten 

Klein anfangen: Pilotprozesse wählen, die überschaubar sind und schnell Erfolge zeigen. Diese Erfolge schaffen Vertrauen und Momentum für größere Vorhaben. 

Mitarbeitende einbeziehen: Die besten Optimierungsideen kommen von denen, die täglich mit den Prozessen arbeiten. Ihre Expertise ist unverzichtbar – und ihr Engagement entscheidet über Erfolg oder Scheitern. 

Messbar machen: Welche Kennzahlen zeigen Verbesserung an? Bearbeitungszeit, Durchlaufzeit, Fehlerquote? Nur was gemessen wird, kann systematisch verbessert werden. 

Der Mut zur ersten Frage 

Prozessmanagement ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug für bessere Verwaltung. Die vier Optimierungsfragen – Erforderlichkeit, Optimierbarkeit, Wirkbeitrag, angemessene Standards – bilden einen praktikablen Rahmen für systematische Verbesserung. 

Der schwierigste Schritt ist der erste: die ehrliche Frage nach der Notwendigkeit dessen, was täglich getan wird. Diese Frage zu stellen erfordert Mut – sie zu beantworten noch mehr. Doch wer sie nicht stellt, wird auch in zehn Jahren noch dieselben ineffizienten Abläufe beklagen. 

Systematisches Prozessmanagement mit professioneller Unterstützung 

Die GfV begleitet Kommunen, Landkreise und Behörden seit über 20 Jahren bei der systematischen Optimierung ihrer Abläufe.  

Unsere partizipative Herangehensweise bindet Ihre Mitarbeitenden von Beginn an ein und schafft damit die Grundlage für erfolgreiche Umsetzung. Die Erfahrungen aus über 140 Projekten zeigen: Systematisches Prozessmanagement ist der Schlüssel zu einer leistungsfähigen, schlanken Verwaltung. 

Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot zur systematischen Prozessanalyse und -optimierung in Ihrem Haus. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch. 

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Warum die öffentliche Verwaltung an Prozessautomatisierung nicht mehr vorbeikommt

Warum die öffentliche Verwaltung an Prozessautomatisierung nicht mehr vorbeikommt

von | Aug. 14, 2025 | Prozessmanagement

Warum die öffentliche Verwaltung an Prozessautomatisierung nicht mehr vorbeikommt 

In den nächsten fünf Jahren werden 12 Prozent aller Beamtinnen und Beamten sowie 13 Prozent der Angestellten im öffentlichen Dienst in den Ruhestand gehen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Berufseinsteiger kontinuierlich. Was diese Zahlen für den Verwaltungsalltag bedeuten, wird vielerorts bereits spürbar: Längere Bearbeitungszeiten, wachsende Rückstände und zunehmend frustrierte Bürgerinnen und Bürger. Prozessautomatisierung ist in diesem Szenario keine technische Spielerei mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit für das Überleben leistungsfähiger Verwaltungsstrukturen. 

Der perfekte Sturm: Wenn mehrere Krisen aufeinandertreffen

Die öffentliche Verwaltung steht vor einer beispiellosen Herausforderung. Drei Entwicklungen verstärken sich gegenseitig und erzeugen einen Handlungsdruck, der sich nicht mehr durch traditionelle Personalplanung lösen lässt. 

Demografische Realität trifft auf Nachwuchsmangel 

Die Pensionierungswelle der geburtenstarken Jahrgänge ist keine ferne Zukunftsvision, sondern bereits angelaufen. Während erfahrene Fachkräfte die Verwaltung verlassen, wird die Rekrutierung qualifizierter Nachfolger immer schwieriger. Der Wettbewerb mit der Privatwirtschaft um Talente hat sich verschärft – und die öffentliche Hand zieht dabei oft den Kürzeren. 

Steigende Erwartungen bei konstanten Ressourcen 

Bürgerinnen und Bürger erwarten heute Verwaltungsleistungen, die mit privaten Dienstleistungen konkurrieren können: schnell, digital verfügbar und nutzerfreundlich. Das Onlinezugangsgesetz verstärkt diesen Druck zusätzlich. Gleichzeitig wachsen die Aufgaben der Verwaltung stetig – von Klimaschutzmaßnahmen über Digitalisierungsinitiativen bis hin zu komplexeren sozialen Herausforderungen. 

Effizienzparadox der manuellen Bearbeitung 

Je komplexer die Verwaltungsaufgaben werden, desto mehr Zeit wird paradoxerweise für einfache, repetitive Tätigkeiten aufgewendet. Dateneingabe, Dokumentenweiterleitung, Statusabfragen und Routinekommunikation binden einen unverhältnismäßig hohen Anteil qualifizierter Arbeitszeit. Diese Ressourcenverschwendung kann sich keine Verwaltung mehr leisten. 

Automatisierung als strategischer Hebel für Ressourcenoptimierung

Prozessautomatisierung bietet einen Ausweg aus diesem Dilemma – allerdings nur, wenn sie strategisch und systematisch angegangen wird. Der Schlüssel liegt in der Konzentration auf niedrigschwellige Projekte mit hohem Wirkungsgrad. 

Personalkapazitäten intelligent umverteilen 

Statt neue Stellen zu schaffen, die ohnehin schwer zu besetzen sind, können Verwaltungen vorhandene Personalressourcen durch Automatisierung effektiver nutzen. Wenn ein Software-Roboter die routinemäßige Übertragung von Antragsdaten übernimmt, gewinnen Sachbearbeitende Zeit für Beratungsgespräche und komplexe Einzelfälle. Das Ergebnis: bessere Servicequalität bei gleichem Personaleinsatz. 

Skalierbarkeit ohne Personalaufbau 

Klassische Skalierung in der Verwaltung funktioniert linear: Mehr Fälle erfordern mehr Personal. Automatisierung durchbricht diese Logik. Softwarebasierte Prozesse können bei Bedarf beliebig oft parallel ausgeführt werden, ohne zusätzliche Personalkosten zu verursachen. Saisonale Spitzen oder unvorhergesehene Antragsfluten lassen sich so ohne Überstunden oder Aushilfskräfte bewältigen. 

Qualitätssteigerung durch Standardisierung 

Manuell bearbeitete Prozesse unterliegen naturgemäß Schwankungen in Qualität und Bearbeitungszeit. Automatisierte Abläufe hingegen arbeiten konsistent nach definierten Standards. Das führt nicht nur zu gleichbleibend hoher Qualität, sondern auch zu einer Professionalisierung der Verwaltungsabläufe insgesamt. 

Der Vorsprung der Vorreiter: Lehren aus erfolgreichen Implementierungen

Verwaltungen, die frühzeitig in Automatisierung investiert haben, ernten bereits die Früchte ihrer Weitsicht. Ihre Erfahrungen zeigen drei entscheidende Erfolgsmuster: 

Start mit Quick Wins 

Erfolgreiche Automatisierungsprogramme beginnen bewusst mit einfachen, aber sichtbaren Verbesserungen. Die Automatisierung der Dokumentenablage mag technisch unspektakulär sein, spart aber täglich Stunden und schafft sofort spürbare Entlastung. Diese frühen Erfolge schaffen Vertrauen und Momentum für komplexere Projekte. 

Systematische Skalierung durch Modularisierung 

Pionier-Verwaltungen entwickeln wiederverwendbare Automatisierungsbausteine. Ein einmal programmierter Melderegister-Abfrage-Roboter kann in verschiedenen Fachbereichen eingesetzt werden. Diese modulare Herangehensweise multipliziert den Nutzen und reduziert die Entwicklungskosten erheblich. 

Integration statt Insellösungen 

Die erfolgreichsten Implementierungen behandeln Automatisierung als Teil einer umfassenden Organisationsentwicklung. Prozessoptimierung, Mitarbeiterqualifizierung und technische Umsetzung greifen ineinander und schaffen nachhaltige Veränderungen. 

Die Kosten des Nicht-Handelns

Verwaltungen, die Automatisierung aufschieben, riskieren mehr als nur verpasste Effizienzgewinne. Sie geraten in eine Abwärtsspirale aus steigenden Kosten und sinkender Leistungsfähigkeit. 

Wachsende Personalkostenproblematik 

Jede unbesetzte Stelle, die durch Überstunden kompensiert werden muss, verursacht höhere Kosten als eine vollbesetzte Position. Gleichzeitig steigt das Burnout-Risiko der verbleibenden Mitarbeitenden, was zu krankheitsbedingten Ausfällen und weiteren Personalkosten führt. Automatisierung kann diese Spirale durchbrechen. 

Verlust der Wettbewerbsfähigkeit um Talente 

Qualifizierte Nachwuchskräfte erwarten moderne Arbeitsplätze mit digitalen Tools und effizienten Prozessen. Verwaltungen, die weiterhin auf manuelle, papierbasierte Abläufe setzen, werden im Kampf um die besten Köpfe chancenlos. Automatisierung macht Arbeitsplätze attraktiver und zukunftsfähiger. 

Strategische Handlungsunfähigkeit 

Verwaltungen, die ihre Kapazitäten vollständig für Routineabläufe aufwenden müssen, verlieren die Fähigkeit zur strategischen Weiterentwicklung. Wichtige Zukunftsprojekte bleiben liegen, weil das Tagesgeschäft alle Ressourcen absorbiert. Automatisierung schafft den nötigen Freiraum für Innovation und Gestaltung. 

Der Weg zur automatisierten Verwaltung: Pragmatisch und planvoll

Erfolgreiche Automatisierung erfordert keine revolutionären Umbrüche, sondern evolutionäre Schritte mit klarer Richtung. Der Schlüssel liegt in der Verbindung von strategischem Denken und pragmatischem Handeln. 

Potenzialanalyse vor Technologieauswahl 

Bevor die erste Automatisierungslösung implementiert wird, sollten Verwaltungen systematisch ihre Prozesslandschaft analysieren. Wo entstehen die höchsten Reibungsverluste? Welche Tätigkeiten binden unverhältnismäßig viel Arbeitszeit? Eine strukturierte Potenzialanalyse identifiziert die lohnendsten Automatisierungskandidaten. 

Pilotierung mit Skalierungsperspektive 

Erfolgreiche Automatisierungsprogramme starten mit überschaubaren Pilotprojekten, die jedoch von Anfang an mit Blick auf spätere Skalierung konzipiert werden. Die dabei entwickelten Standards, Governance-Strukturen und Kompetenzen bilden das Fundament für die verwaltungsweite Ausrollung. 

Change Management als Erfolgsfaktor 

Automatisierung verändert Arbeitsplätze und Abläufe fundamental. Ohne professionelles Change Management entstehen Widerstände, die selbst technisch perfekte Lösungen zum Scheitern bringen können. Erfolgreiche Implementierungen investieren daher mindestens so viel Energie in die Menschen wie in die Technologie. 

Automatisierung als Investition in die Zukunftsfähigkeit

Prozessautomatisierung ist weit mehr als eine operative Effizienzmaßnahme. Sie ist eine strategische Investition in die Zukunftsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung. Verwaltungen, die heute die Weichen richtig stellen, werden auch in zehn Jahren noch handlungsfähig und serviceorientiert sein. Diejenigen, die zögern, riskieren den Verlust ihrer Leistungsfähigkeit. 

Die demografische Entwicklung und der technologische Wandel sind unumkehrbar. Die Frage ist nicht, ob Automatisierung kommt, sondern wann und wie erfolgreich sie umgesetzt wird. Verwaltungen, die frühzeitig handeln, haben die Chance, den Wandel aktiv zu gestalten statt nur zu reagieren. 

Sie möchten die Zukunftsfähigkeit Ihrer Verwaltung durch systematische Automatisierung sichern? 

Wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine maßgeschneiderte Automatisierungsstrategie, die Ihre spezifischen Herausforderungen addressiert und nachhaltigen Erfolg sicherstellt. Von der strategischen Planung über die Pilotierung bis zur verwaltungsweiten Umsetzung – wir begleiten Sie auf dem Weg zur automatisierten, zukunftsfähigen Verwaltung. 

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RPA – niedrigschwellige Automatisierungspotenziale in der öffentlichen Verwaltung nutzen

RPA – niedrigschwellige Automatisierungspotenziale in der öffentlichen Verwaltung nutzen

von | Aug. 1, 2025 | Organisationsuntersuchung, Prozessmanagement

RPA – niedrigschwellige Automatisierungspotenziale in der öffentlichen Verwaltung nutzen

Während in einer Kommunalverwaltung die Mitarbeitenden noch manuell 100.000 Dokumente in elektronische Akten einsortieren – zwei Minuten pro Vorgang – erledigt eine andere Behörde dieselbe Aufgabe vollautomatisiert in Sekunden. Der Unterschied: Robotic Process Automation, kurz RPA. Was nach komplexer IT-Transformation klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als überraschend zugänglicher Weg zur Automatisierung wiederkehrender Verwaltungsprozesse. 

Was Verwaltungen wirklich bewegt 

Der Druck auf die öffentliche Verwaltung wächst von mehreren Seiten gleichzeitig. Demografischer Wandel und Fachkräftemangel treffen auf steigende Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger an schnelle, digitale Verwaltungsleistungen. Gleichzeitig binden repetitive Aufgaben – von der Antragsbearbeitung bis zur Datenübertragung zwischen Systemen – wertvolle Arbeitszeit, die für beratungsintensive oder komplexe Fälle fehlt. 

Hier setzt RPA an: Software-Roboter übernehmen regelbasierte, sich wiederholende Tätigkeiten und befreien qualifizierte Fachkräfte für anspruchsvollere Aufgaben. Das Besondere daran: RPA arbeitet auf der Benutzeroberfläche bestehender Systeme und benötigt keine aufwendigen IT-Anpassungen oder Schnittstellen-Programmierungen. 

Vier zentrale Nutzen-Dimensionen für Verwaltungen 

Sofortige Entlastung ohne Systemeingriffe 

RPA-Lösungen docken an bestehende Fachverfahren an, ohne deren Struktur zu verändern. Ein Software-Roboter kann Daten aus einem Excel-Dokument auslesen, diese in ein Fachverfahren eingeben, Plausibilitätsprüfungen durchführen und das Ergebnis per E-Mail weiterleiten – alles ohne eine einzige Zeile Code in den bestehenden Systemen zu ändern. 

Durchgängige Verfügbarkeit und Skalierbarkeit 

Während menschliche Bearbeitung an Arbeitszeiten gebunden ist, können Software-Roboter rund um die Uhr arbeiten. Besonders bei Massenprozessen – etwa der Bearbeitung von Wohngeld-Anträgen oder der Übertragung von Meldedaten – zeigt sich dieser Vorteil deutlich. Steigen die Fallzahlen, können zusätzliche virtuelle Mitarbeitende ohne Rekrutierungsaufwand „eingestellt“ werden. 

Qualitätssteigerung durch Fehlerreduktion 

Repetitive manuelle Tätigkeiten sind fehleranfällig. Software-Roboter hingegen arbeiten nach exakt definierten Regeln und machen keine Übertragungsfehler oder Flüchtigkeitsfehler. Jeder Prozessschritt wird dokumentiert, was sowohl die Nachvollziehbarkeit verbessert als auch bei Compliance-Anforderungen hilft. 

Modulare Effizienz durch Wiederverwendbarkeit 

Einmal entwickelte Automatisierungsbausteine lassen sich oft behördenübergreifend nutzen. Die automatisierte Melderegisterabfrage, die Ablage von Dokumenten in elektronische Akten oder die Generierung standardisierter Berichte – solche Module können kostengünstig für verschiedene Fachbereiche adaptiert werden. 

Niedrigschwellige Einstiegsmöglichkeiten erkennen 

Der Erfolg von RPA-Initiativen hängt wesentlich von der richtigen Prozessauswahl ab. Besonders geeignet sind Tätigkeiten, die vier Kriterien erfüllen: 

Regelbasiert und strukturiert: Der Prozess folgt klaren Wenn-dann-Regeln ohne komplexe Ermessensentscheidungen. Beispiel: Vollständigkeitsprüfung von Anträgen anhand einer Checkliste. 

Hohes Volumen: Je häufiger ein Prozess durchgeführt wird, desto schneller amortisiert sich die Automatisierung. Bereits 30 gleichartige Vorgänge pro Monat können ausreichen. 

Digitale Datenquellen: Die benötigten Informationen liegen bereits elektronisch vor – in E-Mails, PDF-Formularen, Excel-Tabellen oder Datenbanken. 

Geringe Komplexität: Einfache Datentransfers, Statusupdates oder Standardschreiben eignen sich besser als hochkomplexe Einzelfallentscheidungen. 

Bewährte Anwendungsfelder in der Praxis 

Antragsbearbeitung optimieren 

Software-Roboter können eingehende Anträge automatisch identifizieren, relevante Daten extrahieren und in Fachverfahren übertragen. Bei unvollständigen Unterlagen generieren sie standardisierte Nachforderungsschreiben. Vollständige Anträge werden direkt an die zuständigen Sachbearbeitenden weitergeleitet – inklusive einer automatischen Empfangsbestätigung an die Antragstellenden. 

Datenübertragung zwischen Systemen 

Viele Verwaltungen arbeiten mit historisch gewachsenen IT-Landschaften, in denen Daten manuell zwischen verschiedenen Systemen übertragen werden müssen. RPA kann hier als „digitale Brücke“ fungieren: Adressänderungen aus dem Melderegister werden automatisch in andere Fachverfahren übernommen, Personaldaten zwischen HR-System und Gehaltsabrechnung synchronisiert oder Rechnungsdaten vom Dokumentenmanagementsystem ins Finanzwesen übertragen. 

Berichtswesen und Controlling 

Regelmäßige Berichte erfordern oft das Sammeln von Daten aus verschiedenen Quellen, deren Aufbereitung und Formatierung. Software-Roboter können monatliche Statistiken vollautomatisiert erstellen: Fallzahlen aus dem Fachverfahren abrufen, mit historischen Daten vergleichen, Grafiken generieren und den fertigen Bericht per E-Mail versenden. 

Bürgerkommunikation standardisieren 

Standardanfragen zu Öffnungszeiten, Zuständigkeiten oder Verfahrensständen lassen sich automatisiert beantworten. Der Roboter erkennt die Anfrageart, ruft die relevanten Informationen ab und versendet eine personalisierte Antwort – oft binnen Minuten statt Tagen. 

Erfolgsfaktoren für den gelungenen Einstieg 

Prozessverständnis als Fundament 

Ohne klare Prozessdokumentation funktioniert keine Automatisierung. Bevor der erste Software-Roboter programmiert wird, müssen die Arbeitsabläufe exakt definiert und optimiert sein. Oft zeigen sich bereits bei der Prozessanalyse Verbesserungspotenziale, die unabhängig von der Automatisierung wertvoll sind. 

Mitarbeitende als Partner gewinnen 

RPA funktioniert nur mit der Unterstützung der betroffenen Teams. Entscheidend ist eine offene Kommunikation über Ziele und Vorteile der Automatisierung. Mitarbeitende sollten als Prozessexperten in die Entwicklung einbezogen werden – sie kennen die Ausnahmen und Besonderheiten, die bei der Automatisierung berücksichtigt werden müssen. 

Klein anfangen, systematisch ausbauen 

Erfolgreiche RPA-Programme beginnen mit einfachen, überschaubaren Prozessen. Nach ersten Erfolgen entstehen oft weitere Automatisierungsideen aus den Fachbereichen selbst. Ein systematischer Ausbau mit wiederverwendbaren Bausteinen multipliziert den Nutzen über die gesamte Verwaltung. 

Governance und Qualitätssicherung 

Auch automatisierte Prozesse benötigen Überwachung und Steuerung. Klare Verantwortlichkeiten für Entwicklung, Betrieb und Weiterentwicklung der Software-Roboter sind ebenso wichtig wie regelmäßige Erfolgsmessungen und Anpassungen bei veränderten Anforderungen. 

Die Digitalisierung der Verwaltung pragmatisch vorantreiben 

RPA ist kein Allheilmittel, aber ein pragmatischer Baustein auf dem Weg zur digitalen Verwaltung. Die Technologie ermöglicht es, ohne große IT-Projekte und lange Umsetzungszeiten spürbare Verbesserungen zu erzielen. Verwaltungen können so praktische Digitalisierungserfahrungen sammeln, während sie gleichzeitig ihre Leistungsfähigkeit steigern. 

Der Schlüssel liegt darin, RPA nicht als isolierte IT-Lösung zu betrachten, sondern als Element einer systematischen Organisationsentwicklung. Nur wenn Prozessoptimierung, Technologie-Einsatz und Change-Management zusammenwirken, entstehen nachhaltige Verbesserungen, die sowohl den Mitarbeitenden als auch den Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen. 

Sie möchten die Automatisierungspotenziale Ihrer Verwaltung systematisch erschließen? 

Wir unterstützen Sie bei der Identifikation geeigneter Prozesse, der Entwicklung einer RPA-Strategie und der erfolgreichen Umsetzung. Von der ersten Potenzialanalyse bis zur nachhaltigen Implementierung – gemeinsam schaffen wir die organisatorischen Grundlagen für eine effiziente, automatisierte Verwaltung. 

Vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch und erfahren Sie, wie systematische Prozessautomatisierung Ihre Verwaltung voranbringt. 

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Professionalisierung von Hochbau und Gebäudeunterhalt im Gesundheitswesen

Professionalisierung von Hochbau und Gebäudeunterhalt im Gesundheitswesen

von | Juli 31, 2025 | Prozessmanagement, Stellenbemessung

Professionalisierung von Hochbau und Gebäudeunterhalt im Gesundheitswesen: Wenn dreistellige Millionenbeträge als Investitionsvolumen systematische Planung verlangen 

Eine psychosomatische Klinik plant die Errichtung mehrerer Gebäude mit dreistelligen Millionenbeträgen an Investitionsvolumen. Die Realisierung der Bauvorhaben ist in der nächsten Dekade geplant. Allein diese Zahl verdeutlicht: Hier geht es nicht um Routine-Bauunterhalt oder Standard-Verwaltungsgebäude. Solche Projekte verlangen eine Professionalisierung von Hochbau und Gebäudeunterhalt, die weit über das hinausgeht, was in vielen Kommunen und öffentlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens heute gelebt wird. 

Doch was unterscheidet professionelle Bauverwaltung von der improvisierten Bewältigung einzelner Bauvorhaben? Und warum scheitern so viele öffentliche Bauvorhaben an Terminen, Budgets oder Qualitätsansprüchen? 

Die Realität: Improvisation statt System 

Wer heute in deutsche Bauämter und Hochbauabteilungen blickt, sieht eine dramatische Situation. Personalmangel ist zur Normalität geworden – Bauämter müssen wochenlang schließen, Bearbeitungszeiten explodieren, und qualifizierte Fachkräfte wechseln in die Privatwirtschaft oder gehen in den Ruhestand, ohne dass adäquater Ersatz gefunden wird. 

Gleichzeitig steigen die Anforderungen exponentiell: Digitalisierung, Nachhaltigkeit, energetische Standards, komplexe Genehmigungsverfahren und nicht zuletzt die besonderen Herausforderungen bei Gesundheitsbauten. Eine psychosomatische Klinik ist eben nicht nur ein Gebäude – sie muss „healing architecture“ verkörpern, bei der Licht, Akustik und Raumgestaltung den Heilungsprozess unterstützen. 

Das Ergebnis dieser Überforderung: Projektverzögerungen, Kostenexplosionen und Qualitätsmängel, die letztendlich zu Lasten der Bürger und Patienten gehen. Die klassische Bauverwaltung in ihrer jetzigen Form ist schlicht nicht zukunftsfähig. 

Professionalisierung als strategische Notwendigkeit 

Professionalisierung bedeutet mehr als zusätzliches Personal oder neue Software-Tools. Es geht um eine systematische Herangehensweise, die alle Dimensionen erfolgreicher Bauprojekte in den Blick nimmt: 

Strukturelle Klarheit: Wer ist wofür verantwortlich? Wie sind Entscheidungswege organisiert? Wo liegen die Schnittstellen zwischen Planung, Bau und Betrieb? Bei einem 100-Millionen-Projekt können diffuse Zuständigkeiten zum Desaster werden. 

Prozessuale Exzellenz: Die HOAI-Leistungsphasen bieten einen bewährten Rahmen von der Grundlagenermittlung bis zur Objektbetreuung. Doch entscheidend ist die konsequente Umsetzung: Sind die Planungsschritte wirklich systematisch durchdacht? Wird die Bauherrenfunktion professionell wahrgenommen? 

Ressourcenplanung: Wie viel Personal wird für welche Projektphasen benötigt? Welche Kompetenzen sind intern vorhanden, wo müssen externe Dienstleister eingebunden werden? Ein psychosomatisches Klinikprojekt erfordert spezialisiertes Know-how, das nicht nebenbei entwickelt werden kann. 

Das Beispiel Gesundheitsbauten: Komplexität systematisch bewältigen 

Gesundheitsbauten stellen besondere Anforderungen. Sie müssen sich kontinuierlich an medizinische und gesellschaftliche Entwicklungen anpassen und haben in der Regel hohe Betriebs- und Personalkosten pro Quadratmeter. Je flächeneffizienter eine Klinik genutzt wird, desto wirtschaftlicher wird der Betrieb. 

Bei psychosomatischen Einrichtungen kommt hinzu: Die Architektur selbst wird zum therapeutischen Instrument. Räume müssen Geborgenheit vermitteln, natürliches Licht optimal nutzen und durch ihre Gestaltung Stress reduzieren. Das erfordert eine andere Planungstiefe als bei Standard-Verwaltungsgebäuden. 

Solche Projekte zeigen exemplarisch, warum klassische Improvisationsansätze versagen. Ohne systematische Analyse der Anforderungen, strukturierte Prozesse und angemessene Ressourcenplanung entstehen Gebäude, die zwar funktional sind, aber ihr Potenzial nicht ausschöpfen. 

Systematische Herangehensweise: Der VESPRA-Ansatz 

Die Antwort auf diese Herausforderungen liegt in einer integrierten Betrachtung von Verwaltungsstrukturen, Potenzialen und Ressourcen. Statt isoliert einzelne Bauvorhaben abzuwickeln, braucht es eine ganzheitliche Organisationsentwicklung der Bauverwaltung. 

Strukturanalyse: Wie ist die Bauverwaltung organisiert? Wo liegen Doppelarbeiten, wo fehlen Kompetenzen? Sind die Rollen zwischen eigener Planung und externer Vergabe klar definiert? 

Potenzialanalyse: Welche Optimierungsmöglichkeiten gibt es in den Planungs- und Bauprozessen? Können Standards entwickelt werden? Wo lassen sich Synergien zwischen verschiedenen Bauvorhaben heben? 

Ressourcenanalyse: Der systematisch ermittelte Personalbedarf orientiert sich an den HOAI-Leistungsphasen und der konkreten Umsetzungsplanung. Für ein Investitionsvolumen im dreistelligen Millionenbereich braucht es andere Kapazitäten als für die laufende Bauunterhaltung. 

Diese Herangehensweise schafft Planungssicherheit statt Reaktion im Krisenfall. Bauvorhaben werden nicht mehr „irgendwie“ bewältigt, sondern systematisch entwickelt und umgesetzt. 

Praktische Umsetzung: Was ändert sich konkret? 

Eine professionalisierte Bauverwaltung unterscheidet sich fundamental von der improvisierten Projektbearbeitung: 

Klare Bauherrenfunktion: Die Verantwortung für Planung, Durchführung und Kontrolle liegt in kompetenten Händen. Das bedeutet nicht nur formale Zuständigkeit, sondern echte Gestaltungskompetenz. 

Systematische Personalplanung: Statt permanenter Überlastung wird der Personalbedarf für verschiedene Szenarien durchgerechnet. Können mehrere Bauvorhaben parallel bewältigt werden? Wie verändert sich der Bedarf in verschiedenen Projektphasen? 

Kontinuierliche Kompetenzentwicklung: Bei einem Langzeitprojekt müssen Mitarbeitende systematisch weitergebildet werden. Neue Standards, veränderte Anforderungen und technologische Entwicklungen erfordern lebenslanges Lernen. 

Integrierte Qualitätssicherung: Von der ersten Bedarfsanalyse bis zur Objektbetreuung wird Qualität nicht dem Zufall überlassen, sondern systematisch entwickelt und überwacht. 

Der Mehrwert: Warum sich Professionalisierung lohnt 

Die Investition in systematische Strukturen zahlt sich mehrfach aus: Bessere Projektergebnisse, reduzierte Kosten durch Effizienzgewinne, höhere Rechtssicherheit und nicht zuletzt eine gestärkte Arbeitgeberattraktivität. 

Gerade bei komplexen Vorhaben wie Gesundheitsbauten zeigt sich: Professionelle Planung und Umsetzung sind kein Luxus, sondern Voraussetzung für den Projekterfolg. Eine psychosomatische Klinik, die architektonisch den Heilungsprozess unterstützt, entsteht nicht durch Zufall, sondern durch systematische Entwicklung. 

Die Zeit der improvisierten Bauverwaltung ist vorbei. Wer heute noch glaubt, komplexe Bauvorhaben „irgendwie“ bewältigen zu können, gefährdet nicht nur Termine und Budgets, sondern letztendlich die Qualität öffentlicher Infrastruktur. 

Die systematische Professionalisierung von Hochbau und Gebäudeunterhalt ist keine Option mehr – sie ist eine strategische Notwendigkeit für alle, die Verantwortung für öffentliche Bauvorhaben tragen. 

Warum Professionalisierung mit der GfV nachhaltige Transformation schafft 

Die GfV verbindet über 20 Jahre Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung mit einem systematischen Ansatz zur Organisationsentwicklung von Bauverwaltungen. Wir verstehen Professionalisierung nicht als isolierte Prozessoptimierung, sondern als ganzheitliche Transformation, die strukturelle, prozessuale und personelle Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. 

Was unseren Ansatz auszeichnet: 

Ganzheitliche Betrachtung: Die VESPRA-Methode analysiert systematisch Verwaltungsstrukturen, Potenziale und Ressourcen in einem integrierten Vorgehen. Statt isolierte Einzelmaßnahmen entwickeln wir funktionsfähige Gesamtlösungen. 

Partizipative Entwicklung: Führungskräfte und Mitarbeitende entwickeln gemeinsam neue Strukturen und Prozesse. So entstehen praxistaugliche Lösungen statt theoretischer Konzepte, die im Arbeitsalltag scheitern. 

Evidenzbasierte Personalplanung: Wir ermitteln den Personalbedarf systematisch anhand der HOAI-Leistungsphasen und konkreter Umsetzungsplanungen. Unsere fortschreibungsfähigen Berechnungsmodelle ermöglichen es, auch bei veränderten Rahmenbedingungen fundierte Entscheidungen zu treffen. 

Nachhaltige Befähigung: Wir erstellen nicht allein Gutachten, sondern befähigen Organisationen zur eigenständigen Weiterentwicklung und Professionalisierung ihrer Organisation. Durch systematische Wissenstransfer-Komponenten schaffen wir nachhaltige Veränderungskompetenz. 

Verwaltungsexpertise: Tiefes Verständnis für die besonderen Herausforderungen öffentlicher Organisationen, rechtlicher Rahmenbedingungen und spezifischer Steuerungsmechanismen des Public Sector. 

Wir schaffen nicht nur neue Organigramme oder optimieren Einzelprozesse, sondern entwickeln leistungsfähige Bauverwaltungen, die auch komplexe Großprojekte mit Investitionsvolumen im dreistelligen Millionenbereich systematisch und erfolgreich umsetzen können. Professionalisierung, die tatsächlich im Arbeitsalltag ankommt und nachhaltige Wirkung entfaltet. 

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Prozessmanagement in der öffentlichen Verwaltung: Warum gute Verwaltung bei den Prozessen anfängt

Prozessmanagement in der öffentlichen Verwaltung: Warum gute Verwaltung bei den Prozessen anfängt

von | Juni 20, 2025 | Prozessmanagement

Prozessmanagement in der öffentlichen Verwaltung: Warum gute Verwaltung bei den Prozessen anfängt

Jede Verwaltung hat ein Organigramm. Jede Stellenausschreibung enthält eine präzise Aufgabenbeschreibung. Aber nur wenige Verwaltungen können ihre wichtigsten Arbeitsprozesse vollständig beschreiben. Diese Lücke zwischen Struktur und Realität ist mehr als ein organisatorisches Versäumnis – sie kostet Zeit, Geld und schwächt die Leistungsfähigkeit der gesamten Organisation.

Das Problem: Verwaltung im organisatorischen Blindflug

In deutschen Verwaltungen herrscht ein merkwürdiger Widerspruch. Während Führungskräfte ihre Aufbauorganisation bis ins Detail kennen, bleiben die tatsächlichen Arbeitsabläufe oft im Verborgenen. Neue Mitarbeitende brauchen Monate, um sich einzuarbeiten, weil es keine standardisierten Prozessbeschreibungen gibt. Ähnliche Fälle werden unterschiedlich bearbeitet, je nachdem, wer gerade zuständig ist. Digitalisierungsprojekte scheitern oder bleiben hinter den Erwartungen zurück, weil niemand die zugrundeliegenden Prozesse wirklich versteht.

Diese Intransparenz hat messbare Konsequenzen. Bürgerinnen und Bürger erleben uneinheitliche Bearbeitungszeiten. Mitarbeitende entwickeln Workarounds für Probleme, die systemisch gelöst werden könnten. Optimierungspotenziale bleiben unentdeckt, weil der Gesamtprozess niemand überblickt.

Die Ursache liegt in der traditionellen Verwaltungssicht, die sich primär auf Zuständigkeiten und Hierarchien konzentriert. Prozesse schneiden jedoch quer durch diese Strukturen und erfordern eine andere Betrachtungsweise. Was fehlt, ist eine systematische Methodik zur Prozesserhebung, -dokumentation und -optimierung.

Die Lösung: Systematisches Prozessmanagement als Grundlage moderner Verwaltungsarbeit

Professionelles Prozessmanagement beginnt mit einer einfachen Erkenntnis: Verwaltungsleistungen sind das Ergebnis von Prozessen, nicht von isolierten Einzelaktivitäten. Ein strukturiertes Vorgehen macht diese Prozesse sichtbar, verstehbar und gestaltbar.

Kernelemente eines erfolgreichen Prozessmanagements

Prozessidentifikation und Priorisierung
Nicht alle Verwaltungsprozesse sind gleich wichtig. Der erste Schritt besteht darin, die erfolgskritischen Prozesse zu identifizieren – jene Abläufe, die maßgeblich über die Qualität der Verwaltungsleistung entscheiden. Dabei helfen Kriterien wie Bürgerkontakt, Bearbeitungsvolumen oder rechtliche Komplexität.

Systematische Erhebung der Ist-Prozesse
Die Erhebung erfolgt in strukturierten Workshops mit allen Prozessbeteiligten. Dabei werden nicht nur die formalen Verfahrensschritte dokumentiert, sondern auch die tatsächlich gelebten Arbeitsweisen. Diese Unterscheidung ist entscheidend, da die Realität oft erheblich von den offiziellen Vorgaben abweicht.

Standardisierte Prozessmodellierung
Die gewonnenen Erkenntnisse werden in einheitliche Prozessmodelle überführt. Bewährt hat sich der internationale Standard BPMN 2.0, der eine eindeutige und verständliche Darstellung komplexer Abläufe ermöglicht. Ergänzend entstehen detaillierte Prozessbeschreibungen mit allen relevanten Begleitinformationen.

Systematische Optimierung
Auf Basis der dokumentierten Ist-Prozesse werden Verbesserungspotenziale identifiziert. Typische Optimierungsansätze sind die Eliminierung von Doppelarbeiten, die Verkürzung von Durchlaufzeiten oder die Verbesserung der Schnittstellen zwischen verschiedenen Organisationseinheiten.

Konkrete Nutzen für die Verwaltungspraxis

Beschleunigte Einarbeitung neuer Mitarbeitender
Standardisierte Prozessbeschreibungen verkürzen Einarbeitungszeiten erheblich. Neue Kolleginnen und Kollegen verstehen schneller, wie ihre Arbeit in den Gesamtzusammenhang eingebettet ist und welche Qualitätsstandards gelten.

Einheitliche Bearbeitungsqualität
Klar definierte Prozesse führen zu konsistenter Bearbeitung ähnlicher Fälle. Das reduziert nicht nur Beschwerden, sondern erhöht auch die Rechtssicherheit des Verwaltungshandelns.

Fundament für erfolgreiche Digitalisierung
Ein schlechter analoger Prozess wird ein schlechter digitaler Prozess. Systematische Prozessoptimierung vor der Digitalisierung vermeidet teure Fehlentscheidungen und schafft die Grundlage für wirkungsvolle technische Lösungen.

Transparenz für bessere Steuerung
Dokumentierte Prozesse ermöglichen datenbasierte Entscheidungen über Ressourcenallokation, Personalbedarfe und Organisationsveränderungen. Führungskräfte gewinnen Steuerungsklarheit über ihre Bereiche.

Methoden und Werkzeuge für die Praxis

Modernes Prozessmanagement nutzt bewährte Werkzeuge und Standards. Die PICTURE-Prozessplattform hat sich dabei als praktikable Lösung für Verwaltungen etabliert und wird bereits in über 640 Kommunen erfolgreich eingesetzt. Sie kombiniert professionelle Modellierungsstandards mit einer intuitiven Benutzeroberfläche.

Entscheidend für den Erfolg sind jedoch nicht die Werkzeuge, sondern die Methodik. Bewährt hat sich ein strukturiertes Vorgehen in mehreren Phasen: von der Prozessidentifikation über die Erhebung und Modellierung bis hin zur Implementierung optimierter Abläufe.

Typisches Vorgehen in der Praxis

Die Prozesserhebung erfolgt in digitalen Workshops, die alle Prozessbeteiligten einbeziehen. Dabei werden sowohl die fachlichen Aspekte als auch die organisatorischen Rahmenbedingungen erfasst. Die Modellierung folgt dem BPMN 2.0-Standard und wird durch detaillierte Prozessbeschreibungen ergänzt.

Die Optimierung konzentriert sich auf die Eliminierung von Blind-, Fehl- und Doppelleistungen. Dabei entstehen nicht nur effizientere Abläufe, sondern auch ein gemeinsames Prozessverständnis bei allen Beteiligten.

Kritische Erfolgsfaktoren und häufige Stolpersteine

Führungsunterstützung als Grundvoraussetzung
Prozessmanagement für die öffentliche Verwaltung verändert etablierte Arbeitsweisen und erfordert anfänglich zusätzlichen Aufwand. Ohne klares Commitment der Verwaltungsleitung verlaufen entsprechende Initiativen im Sand. Entscheidend ist dabei nicht nur die formale Unterstützung, sondern die aktive Förderung prozessorientierten Denkens.

Partizipation schafft Akzeptanz
Die besten Prozessmodelle bleiben wirkungslos, wenn sie nicht von den Mitarbeitenden gelebt werden. Die systematische Einbeziehung aller Prozessbeteiligten in die Entwicklung und Optimierung ist daher kein methodisches Nice-to-have, sondern ein kritischer Erfolgsfaktor.

Realistische Erwartungen
Die Etablierung eines Prozessmanagements in Kommunen, Kreisen und Behörden auf Landes- und Bundesebene ist ein mittelfristiger Entwicklungsprozess, kein Quick-Fix für alle organisatorischen Probleme. Realistische Ziele und ein strukturierter Implementierungsplan helfen dabei, die anfängliche Motivation über die Zeit zu erhalten.

Ausblick: Prozessmanagement als Grundlage der digitalen Transformation

Systematisches Prozessmanagement ist mehr als eine Methode zur Effizienzsteigerung. Es schafft die organisatorischen Voraussetzungen für eine umfassende digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung. Die in der Prozessanalyse gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen fundierte Entscheidungen über Digitalisierungsinvestitionen und schaffen Klarheit über Automatisierungspotenziale.

Öffentliche Verwaltungen, die ihre Prozesse systematisch verstehen und optimiert haben, sind besser positioniert für die Herausforderungen der kommenden Jahre. Sie können Veränderungen strukturierter umsetzen, Technologien sinnvoller einsetzen und ihre Leistungsfähigkeit kontinuierlich weiterentwickeln.

Der Weg zu einer modernen, leistungsfähigen Verwaltung führt über das Verstehen und Optimieren der eigenen Prozesse. Wer hier systematisch vorgeht, legt das Fundament für nachhaltige Verbesserungen, die sowohl den Mitarbeitenden als auch den Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen.

Sie möchten Ihre Verwaltungsprozesse systematisch analysieren und optimieren?

Als erfahrener Berater für Verwaltungsmodernisierung unterstütze wir Sie bei der Einführung eines strukturierten Prozessmanagements. Von der ersten Prozesserhebung bis zur nachhaltigen Implementierung optimierter Abläufe – gemeinsam schaffen wir die organisatorischen Grundlagen für eine leistungsfähige, moderne Verwaltung.

Warum der GfV-Ansatz besonders wirksam ist

Mit über 140 durchgeführten Beratungsprojekten verfügen wir über umfangreiche Erfahrungen in der Prozessoptimierung für Kommunen, Landkreise und Behörden. Unser systematischer Ansatz kombiniert bewährte Methoden mit modernster Technologie – insbesondere der PICTURE-Prozessplattform, die bereits in über 640 Kommunen erfolgreich eingesetzt wird.

Was unseren Ansatz auszeichnet: Wir begleiten Sie nicht nur bei der Analyse, sondern befähigen Ihre Teams zur eigenständigen Weiterentwicklung. Dabei greifen wir auf unseren umfangreichen Prozesskatalog und Best-Practice-Beispiele aus nahezu allen Verwaltungsbereichen zurück. Das Ergebnis sind nicht nur optimierte Prozesse, sondern eine gesteigerte Problemlösungskompetenz Ihrer gesamten Organisation.

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